Werkprojekt - Seifenkisten bauen

 

Textquelle: Jungfrau Zeitung vom 05.02.2008

 

 

Seifenkisten-Profis in Hofstetten

Kinder basteln in ihrer Freizeit

In Hofstetten hat die Schule Brienzwiler Hofstetten Schwanden (bhs) ein Angebot für Kinder, in ihrer Freizeit die Werkräume unter Aufsicht zu nutzen. Gebastelt werden dort seit einiger Zeit Seifenkisten für ein Rennen, welches im Sommer zum Schulabschluss stattfinden soll.

Niklas Blatter und Reto von Ah, beide aus Hofstetten, wissen ganz genau über die technischen Tücken ihrer Seifenkiste Bescheid.

Fotos: Gabriella Massimi


AdS heisst es: Angebot der Schule. Was ziemlich trocken klingt, erweist sich für die Kinder als ein echtes Abenteuer. Jedenfalls beim Realschullehrer Beat Friederich. Dort basteln die Kids nämlich eigens Seifenkisten, mit denen es dann im Sommer ein rasantes Rennen in einem Geschicklichkeitsparcours geben soll. Wenn es darum geht, kommen die Kinder auch gern am freien Montag- oder Freitagnachmittag freiwillig zur Schule. «Ich war sehr erstaunt über die hohe Zahl der Kinder, die sich interessiert zeigten», erklärt der Werklehrer Beat Friederich. 27 Kinder nehmen am Ads teil. Ebenfalls überrascht hat Friederich die Begeisterung der Jungen: «Am Freitag muss ich sie manchmal geradezu aus dem Werkraum rausbugsieren», meint er und lacht.

 

Jasmin Schild aus Brienzwiler, Yvonne Blatter und Chantal Ernst, beide aus Hofstetten, werken unheimlich gern. «Das machen wir viel lieber als stricken», sind sich die drei Mädchen einig.

 

Selbstständiges Arbeiten

In der Tat: Die Kinder sind begeistert. Sie erklären auf Anfrage auch gern das eine oder andere technische Problemchen, das es beim Bau zu berücksichtigen gilt. Profis wurden sie aber erst durch Ausprobieren, Fragen und selbstständiges Arbeiten. «Es war mir wichtig, dass die Jungen und Mädchen die Seifenkiste selbst zeichneten und planten», erklärt Friederich. «Im gemeinsamen Anschauen der Pläne liess sich dann Kompliziertes oder technisch nicht Umsetzbares verbessern ,und damit hat jedes Kind seine im Team eigens kreierte Seifenkiste», freut sich der Realschullehrer. Friederich freut sich aber auch darüber, dass die Kinder hier nebenbei auch noch Sozialkompetenz erlernen können. «Es wird im Team gearbeitet, so müssen sich die Kinder auch immer wieder absprechen und zusammen arbeiten», ergänzt er.

 

Durchhaltevermögen und Inspiration

Auch das macht den Kids Spass. Und sie zeigen Durchhaltevermögen: «Schade ist beim Werken manchmal, dass an einem Nachmittag schnell etwas gebastelt wird, was anschliessend im Abfall landet», erklärt Beat Friederich. Eine Seifenkiste habe eine lange Entstehungszeit, ist aber denn auch etwas Bleibendes, an dem die Kinder immer wieder werkeln könnten, fügt er an. Schon jetzt werkelt jedes auf seine eigene Weise und der Inspiration sind keine Grenzen gesetzt: Beat Friederich weiss zu berichten, dass die Kinder Objekte für ihre Seifenkiste mitbringen. «Darunter sind Klingeln zu finden, Lämpchen, Räder... alles mögliche», freut sich der Lehrer über die Initiative seiner Schützlinge. «Das Rennen am 3. Juli mit der Festwirtschaft für die Eltern wird unter diesen Umständen garantiert ein bunter Erfolg», ist sich Friederich sicher.