JRZ - Jeder Rappen zählt - bhs Holzengel

Text- und Bildquelle: Jungfrau Zeitung vom 01.12., 02.12. und 18.12.2010

 

 

Holzengel für Kinder in Not

Gemeinde und Schulen bhs bei «Jeder Rappen zählt»

In diesem Jahr unterstützt die Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» Kinder, die Opfer von Kriegen und Konflikten sind. Auch die Gemeinde Hofstetten und die Schulen bhs beteiligen sich an der Sammlung – mit Holzengeln, die verkauft werden. Das Schweizer Fernsehen wird darum live aus Hofstetten berichten.

Vom Kindergartenkind bis zum Neuntklässer gestalten alle Schüler der Schule bhs einen Holzengel. Diese werden für die Aktion «Jeder Rappen zählt» verkauft.

Vom Kindergartenkind bis zum Neuntklässer gestalten alle Schüler der Schule bhs einen Holzengel. Diese werden für die Aktion «Jeder Rappen zählt» verkauft.

Foto: Eingesandt

Es herrschte ein unglaublicher Zusammenhalt, grosse Solidarität – ja beinahe ein Hype brach um die Aktion «Jeder Rappen zählt» im vergangenen Jahr aus. Über 9 Millionen Franken sind bei der Spendenaktion zusammengekommen – das Geld wurde im Kampf gegen Malaria eingesetzt. Jetzt geht «Jeder Rappen zählt» in die zweite Runde (siehe Kasten). Und wieder beteiligt sich der Mikrokosmos Jungfrau mit Spendenaktionen an der Sammlung. Wie schon im vergangenen Jahr kämpft der Gemeinderat Hofstetten an vorderster Front mit. Unter der Leitung von Marc A. Trauffer und Paul Fuchs hat die Gemeinde zusammen mit der Schule bhs eine Aktion auf die Beine gestellt: Vom Kindergartenkind bis zum Neuntklässler hat jedes Schulkind einen Holzengel gebastelt und verziert. In der Woche von «Jeder Rappen zählt» vom 13. bis zum 18. Dezember werden die Kinder ihre Engel verkaufen – und mit dem Erlös die Aktion unterstützen, die in diesem Jahr für Kinder sammelt, die Opfer von Kriegen und Konflikten sind.

 

Kinder für Kinder

Marc A. Trauffer, Gemeinderat und Musiker aus Hofstetten, ist begeistert von der Aktion: «Es ist eine superschöne Idee, dass Kinder, denen es gut geht, für Kinder sammeln, die in sehr schwierigen Umständen leben müssen. Und es ist schön zu sehen, wie die hiesigen Schulkinder engagiert mitmachen und 'voll Fan' von der Aktion sind.» Auch Trauffer selber hilft gerne erneut bei der Aktion mit. Im vergangenen Jahr hat er gemeinsam mit TV-Koch René Schudel auf dem Bundesplatz Suppe verkauft, wiederum unterstützt vom gesamten Hofstetter Gemeinderat und vielen lokalen Sponsoren. Er war beeindruckt von der Stimmung, die in Bern und in der ganzen Schweiz geherrscht hat. «Man macht im Alltag manchmal so viele sinnlose Dinge, hat so viel Leerlauf. Da ist es einfach etwas ganz anderes, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen ist, etwas tut und dann am Abend einen grossen Beitrag für eine gute Sache abliefern kann. Das ist jeden Aufwand wert.»

 

Fernsehen in Hofstetten

Unterstützt wird die Hofstetter Aktion auch vom Schweizer Fernsehen, das während der Spendenwoche im Land unterwegs ist und verschiedene Aktionen besucht. Am Freitag, 17. Dezember, werden die Übertragungswagen in Hofstetten sein und mit Moderatorin Judith Wernli live von der Engel-Aktion berichten. Aus diesem Anlass organisiert der Gemeinderat ein kleines Fest auf dem Dorfplatz, das um 11.00 Uhr beginnt und zu dem alle herzlich eingeladen sind. Die Schulkinder werden zeigen, wie sie die Engel geschnitzt haben, einzelne Engel werden vor Ort versteigert und Risotto, Suppe, Chäsbrätel und Cheli werden die Anwesenden aufwärmen. Einen fixen Preis verlangen die Organisatoren dafür nicht. Wie schon bei der Suppenaktion auf dem Bundesplatz zahlt jeder, wie viel er will – und selbstverständlich kommt alles «Jeder Rappen zählt» zugute.

 

Kinder helfen Kindern

Schule bhs bastelt für «Jeder Rappen zählt»

 

Die Schulkinder in Hofstetten helfen bei der Aktion «Jeder Rappen zählt» mit, indem sie ihre selbst gebastelten Holzengel versteigern. Gemeinderat Marc Trauffer und der Holzschnitzer Paul Fuchs haben das Projekt gemeinsam mit der Schule bhs organisiert. Wer die Holzengel, wie in der Karikatur von Swen, zu Weihnachten verschenkt, macht damit gleich doppelt Freude. Dieses Jahr geht der Erlös an Hilfsprojekte für Kinder, die Opfer von Kriegen und Konflikten geworden sind. Sie profitieren vom Erlös zwar bestimmt mehr, als die Beschenkten vom Holzengel, die haben dafür ein gutes Gewissen. Im letzten Jahr sind in der ganzen Schweiz bei «Jeder Rappen zählt» stolze 9 Millionen Franken gesammelt worden.

 

 

 

 

 

Dank Engeln flattern die Noten

Schüler sammeln 27'000 Franken für «Jeder Rappen zählt»

Die Schulkinder aus Hofstetten, Brienzwiler und Schwanden haben in den letzten Wochen Engel geschnitzt, verziert und verkauft. Zusammen mit der Versteigerung der Klassenengel und dem Ertrag der Festwirtschaft kamen so rund 27'000 Franken für «Jeder Rappen zählt» zusammen.

Marc A. Trauffer versteigerte mit grossem Erfolg in Hofstetten die Engel der Schulkinder der Schule bhs.

Marc A. Trauffer versteigerte mit grossem Erfolg in Hofstetten die Engel der Schulkinder der Schule bhs.

Fotos: Beat Kohler

Am Schluss waren es sage und schreibe rund 27'000 Franken, die Marc A. Trauffer beim Team von «Jeder Rappen zählt» am Samstag auf dem Bundesplatz in Bern abgeben konnte. Dieses Geld ist zum grössten Teil aus dem Verkauf von Engeln zusammengekommen. Die 170 Schulkinder von Hofstetten, Brienzwiler und Schwanden haben Holzengel bemalt, beklebt, verziert und geschnitzt. Ihre Eltern haben ihnen geholfen, die Engel so teuer wie möglich zu verkaufen. Alleine so sind über 14'000 Franken zusammen gekommen.

 

Den teuersten Engel, den Trauffer versteigern konnte, brachte 1400 Franken ein.

Den teuersten Engel, den Trauffer versteigern konnte, brachte 1400 Franken ein.

Grosse Versteigerung

«Beim grossen Engel beginnen wir bei 40 Franken, da ist schliesslich mehr Holz dran», begann Trauffer am Freitag die letzte Runde zum Versteigern von Engeln. Denn um noch mehr Geld für die Spendenaktion zusammenzubringen, veranstalteten die Organisatoren in Hofstetten am Freitag über Mittag eine Versteigerung der Klassenengel. Diesen hatten die Kinder jeder Klasse gemeinsam gestaltet. Vor der Pausenhalle des Hofstetter Schulhauses hatten sich rund 400 Kinder, Eltern, Lehrer und Freunde eingefunden, um der Versteigerung beizuwohnen. Sie liessen sich vom OK mit Suppe, Risotto und Chäsbrätel verpflegen und spendeten dafür soviel, wie ihnen gut erschien. Sorgen, dass es beim Engel der 9. Klasse beim Mindestgebot bleiben würde, brauchte sich Trauffer keine zu machen. Denn schon bei den anderen, kleinen Klassenengeln kamen zwischen 150 und 500 Franken pro Stück zusammen. Mit seinem Showtalent redete Trauffer die Preise locker in die Höhe. So auch beim letzten Engel. Er kündigte an, dass die letzte Summe vom Betreiber des Hofstetter Steinbruchs, Thomas Gasser, noch verdoppelt werden wird. Das heizte die Runde offensichtlich an. In Riesenschritten kamen 1000 Franken zusammen. Nun wurden die Intervalle etwas kleiner. Schnell war man auf 1300 Franken. Dabei blieb es nicht. In der Pausenhalle wurden 1400 Franken geboten. «1400 zum Ersten, zum Zweiten … und zum Dritten!», hallte es über den Platz. Der Vater einer Schülerin wollte sich das Werk sichern. Er werde den Engel bei einem bei anderer Gelegenheit ersteigerten Holzpferd aufstellen, erklärte er gegenüber Radio DRS 3, das live von der Versteigerung berichtete.

 

Paul Fuchs zeigt den Schauspielern von «Best Friends» den richtigen Umgang mit Hammer und Meissel.

Paul Fuchs zeigt den Schauspielern von «Best Friends» den richtigen Umgang mit Hammer und Meissel.

Zambo schnitzt in Hofstetten

Hinter der Idee mit den Engeln steckt der designierte Hofstetter Gemeindepräsident Paul Fuchs. Er hat die Rohlinge in stundenlanger Arbeit ausgesägt, so dass die Kinder sich danach ans Verzieren machen konnten. Er war es auch, der den Schauspielern von «Best Friends», der Serie aus Zambo, der Kindersendung des Schweizer Fernsehens, die Kunst des Schnitzens näher brachte. «Man bemerkt, dass heute in den Schulen nicht mehr so viel mit Holz gearbeitet wird», meinte er schmunzelnd. Sie gewöhnten sich aber schnell an den Werkstoff und die entstandenen Engel bezeugten dies. Zambo drehte im Werkraum in Hofstetten vor der Versteigerung seine Aktion der Woche der «Best Friends». Moderiert wurde die Aktion, wie auch die Live-Schaltungen aus Hofstetten, von der DRS 3-Frau Judith Wernli. «Wir wollen zeigen, was in allen Ecken der Schweiz passiert und die Aktion in Hofstetten ist eine der grösseren Aktionen», erklärte sie gegenüber dieser Zeitung. Für sie, die viele verschiedene Aktionen gesehen hat, gehört das Engelschnitzen in Hofstetten zu den schönsten und berührendsten Aktionen der Woche, wie sie dem Publikum in Hofstetten versicherte. Über so viel Lob freut sich natürlich auch der noch amtierende Hofstetter Gemeindepräsident Simon Ernst: «Es macht mich stolz, dass die Aktion so gut geglückt ist.»