DasDrehmoment - bhs und Kunstnacht

weitere Fotos: http://www.kunstnacht.ch/dasdrehmoment/

 

 

 

Textquelle: Bericht Jungfrau Zeitung vom 02.06.11

 

Ausstellung «Das Drehmoment» im Schwanderbach

Zum zweiten Mal fand in Schwanden die Wasserrad-Performance «Das Drehmoment» statt. Die 400 hölzernen Wasserrädchen, gebaut von Schülerinnen und Schülern aus Brienzwiler, Hofstetten und Schwanden, regen zum Nachdenken über den Umgang mit Energie an.

Einige der hölzernen Wasserräder drehten regelmässig, andere hatten etwas Mühe: Der Schwander Derflibach hat dieses Jahr die geringe Schneeschmelze längst hinter sich, und nur der vorangehende Regentag rettete die Vernissage der zweiten Ausstellung «Das Drehmoment» am 28. Mai. Das Konzept der Ausstellung ist nach der Premiere 2010 gleichgeblieben: Hölzerne Wasserräder werden in den Bach gestellt, in dem sich das Wasser in einem riesigen Bachbett voll rundgeschliffenen Steinen, Kies und Sand den Weg des geringsten Widerstands sucht. Dieses Geschehen allein ist eine Art spannende Performance, und die Schar der hölzernen Wasserräder macht das noch deutlicher.

 

Achse mit zwei Rädern

Hanspeter Schild hat für dieses Jahr die Wasserrad-Konstruktion optimiert. An einer Achse drehten gleich zwei der vierflügligen Räder, und damit steigerte sich die Einbau-Effizienz beachtlich: Im vergangenen Jahr brauchte es für ein Wasserrad zwei Holzpflöcke, die im Bachbett installiert werden mussten. Dieses Jahr war es nur einer, und er trug gleich zwei Räder. Mit dieser Konstruktion stieg nicht nur die Anzahl der Wasserräder von 100 im vergangenen Jahr auf insgesamt 400 in diesem Jahr, sondern auch der künstlerische Symbolgehalt: Zu laufen kam die Konstruktion nur, wenn die zwei zusammengehörenden Rädchen schön im Gleichgewicht standen.

 

Im Werkunterricht gebaut

Die Künstler des Vereins Kuna (Kunstnacht Brienz) haben dieses Jahr die Schule Brienzwiler Hofstetten Schwanden (bhs) ins Drehmoment-Projekt einbezogen. Die Fünft- und Sechstklässler im Werkunterricht die hölzernen Räder. Es war ein Gesamtprojekt, in dem das Thema Wasserkraft und Energie behandelt wurde. Zudem entschied Oberstufenlehrer Beat Friedrich, dass die Oberstufenschüler an einem Strafnachmittag Wasserräder bauen. Sie taten dies sehr engagiert und sehr effizient, so dass es schliesslich 200 Doppelräder wurden, die im Wasser standen. Markus Flück als Vertreter der Kuna dankte Schulleiterin Brigitte Filli und ihrem Team für den grossen Einsatz. 

 

Alphorn und Denkanstoss

Gewissermassen den Takt für die Rädchen gaben an der entspannten Vernissage die Brüder Daniel und Adolf Zobrist mit dem Alphorn und dem Digeridoo und Luke Huggler am Schlagzeug an. Die Combo verband Traditionelles mit Jazzelementen, ein passendes musikalisches Ganzes in der voralpengesäumten urtümlichen Steinlandschaft. Sabina Stör, Gemeinderätin in Interlaken, wies in ihrer Ansprache auf die aktuellen Ereignisse hin, die das Thema Wasserkraft so wichtig machen. «Es braucht in der Energiepolitik viele Rädchen», sagte sie. Jeder einzelne sei ein Rädchen, das seine Verantwortung im bewussten Umgang mit der Energie wahrnehmen müsse. Es werde kein Spaziergang, auf erneuerbare Energien zu setzen. «Lasst euch von den Leuten anstecken, die bisher als Spinner galten», riet sie. Die Idee «Das Drehmoment» lobte sie, weil sie auf unbeschwerte und spielerische Art und Weise zum Denken anrege.