Neophytenbekämpfung

 

 

 

Textquelle: Beitrag Jungfrau Zeitung vom 06. Juni 2011

 

 

Den Goldruten den Garaus gemacht

Schule bhs beteiligt sich am Kampf gegen invasive Neophyten

Schülerinnen und Schüler der Schule bhs räumten im Rahmen der Projekttage Bachbetten von Sommerflieder und Goldruten. Damit soll Platz für einheimische Pflanzen geschaffen werden.

 

Sie sind schön anzusehen. Sie machen sich aber in den Wäldern und Bachbetten immer mehr breit. Dabei verdrängen sie heimische Pflanzen und bringen das natürliche Gleichgewicht durcheinander. Ihre Wurzeln können auch Mauerwerk zerstören. Die Rede ist von sogenannten invasiven Neophyten. Pflanzen, welche bewusst oder unbewusst eingeschleppt wurden, und sich nun dank mangelnder Konkurrenzgewächse ungehindert vermehren. Zu den bekanntesten solcher Pflanzen gehört der Sommerflieder. Einst als schöner Strauch angeboten, von dessen Nektar sich Schmetterlinge ernähren können, bedecken und überwuchern Sommerflieder die Bachbetten der Region. Gleiches gilt auch für die Goldrute. Alle Jahre wieder machen die Schwellenmeister Jagd auf diese Pflanzen.

 

Gemeinsamer Einsatz

Vor Auffahrt hatten die Verantwortlichen der Gemeinden Brienzwiler, Hofstetten und Schwanden bei ihrem Kampf gegen die invasiven Neophyten Hilfe von den Schulkindern. Im Rahmen der Projekttage der Schule bhs waren 36 Schülerinnen und Schüler in den drei Gemeinden im Einsatz. Am Derflibach in Schwanden rückten die Schüler unter Anleitung von Schwellenmeister René Mäder den Pflanzen zu Leibe, in Hofstetten begeleitete sie der Neophytenbeauftragte der Gemeinde und Schwellenmeister Erich Sterchi in den Eistlenbach und am Farnigraben in Hofstetten sorgten Adrian von Bergen und Martin Wyss dafür, dass die richtigen Pflanzen entfernt wurden.

 

Wiederholung notwendig

«Die Schüler haben sehr motiviert mitgearbeitet», erklärt Sterchi, der die Aktion in Hofstetten leitete, gegenüber dieser Zeitung. Schlussendlich konnten rund 600 Meter Uferböschung entlang des Bachlaufs vom Sammelbecken bis zur Sperre zwölf vom Sommerflieder befreit werden. Die Pflanzen wurden von den Schülern zusammengetragen und im Bachbett verbrannt – mit der ausdrücklichen Bewilligung der Waldabteilung, wie Sterchi erklärt. Ansonsten ist das Verbrennen von Ästen ja nicht gestattet. Bei den Neophyten soll aber verhindert werden, dass die Pflanzen versamen können. Auch so werden die Wurzeln in Kürze wieder neu ausschlagen. Nur wenn mehrere Jahre hintereinander eine Bekämpfung durchgeführt werden kann, ist diese auch erfolgversprechend. Das erklärte Sterchi den Schülern in einem kurzen Theorieblock. Den Kindern machte das praktische Arbeiten Spass. Während die erwachsenen Begleiter mit der Motorsäge Büsche umsägten, trugen die Kinder die Äste zusammen oder rückten den Pflanzen mit einer Baumschere zu Leibe. Ob mit Schülern, Pfadfindern oder Freiwilligengruppen: Die Bekämpfungsaktionen sollen auch in dem kommenden Jahren wiederholt werden.