Spezialunterricht

Sinn und Zweck des Spezialunterrichts

 

Der Spezialunterricht dient dazu, bei Schülerinnen und Schülern

  Lern-, Leistungs- oder Verhaltensprobleme, bzw. Lernstörungen,

  Störungen oder Beeinträchtigungen der sprachlichen Möglichkeiten und der Kommunika­tionsfähigkeit,

  Beeinträchtigung in Bewegung und Körperwahrnehmung

durch Prävention zu verhindern, zu vermindern, frühzeitig zu erkennen und beim Auftreten der beschriebenen Störungen Schülerinnen und Schülern die nötige Förderung zukommen zu lassen.

Zudem gilt es, betroffene Eltern und beteiligte Lehrkräfte in beratendem Sinne in ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag zu unterstützen. 

 

Kurzinterventionen

Unter Kurzinterventionen versteht man die Arbeit der Speziallehrkräfte als

  kurzfristige Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Schul-, Lern- oder Verhaltensproblemen sowie von Lehrkräften in schwierigen Situationen.

  Besuch von oder Mitwirkung in Unterrichtssequenzen zur Beobachtung und Be­urteilung von Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf deren weitere Förderung.

Kurzinterventionen sind einmalig pro Schülerin oder Schüler und Situation. Sie er­fol­gen während maximal zwölf Wochen, z.B. als Klassenbesuche mit Rück­mel­dungen, Teamteaching oder Übernahme von einzelnen Unterrichtssequenzen, Beobachtung und/oder Arbeit in Kleingruppen, evtl. auch mit einzelnen Schülerinnen und Schülern ins­besondere zur fachspezifischen Beurteilung. Im Anschluss an eine Kurz­interven­tion kann eine ordentliche Zuweisung zum Spezialunterricht erfolgen.

 

Integrative Förderung

In der integrativen Förderung werden Schüler und Schülerinnen mit Lern- und Leistungs­­­schwierigkeiten, mit Teilleistungsschwächen (Legasthenie und Dyskalkulie) sowie Ver­haltensauffälligkeiten geschult. Die Förderung baut auf den Stärken von Kindern und Jugendlichen auf. Sie ist auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten und unterstützt sie in ihrer schulischen und sozialen Entwicklung.

Unsere Speziallehrpersonen der integrativen Förderung arbeiten vorwiegend mit Schülern und Schülerin­nen, welche speziell in der Mathematik und im Deutsch Unterstützung benötigen und üben mit Schülern Lernstrategien und Kon­zentra­tion. Sie arbeiteten eng mit den Klassen­lehrpersonen zusammen. Gemeinsam erstellen sie die Förderdiagnostik für das Kind und setzen entsprechende Lernziele.

  

 Logopädie

 Logopädie befasst sich mit Sprachentwicklung und Kommunikation. Sie unter­stützt Schülerinnen und Schüler mit Störungen oder Auffälligkeiten in der mündlichen und schriftlichen Sprache, des Sprechens, des Sprechablaufs und der Stimme. Eine Spracherwerbsstörung führt in der Regel zu Schwierigkeiten im Lern-, Leistungs- und Sozialbereich.

Sie hat Auswirkungen insbesondere auf die schulischen Fachbereiche, bei denen Sprache und Sprachverstehen von Bedeutung sind. Beratung von Bezugspersonen ist wichtiger Bestandteil der Logopädie.

 

Psychomotorik

Über die positive Bewegungserfahrung wird das Selbstwertgefühl des Kindes ge­stärkt. Es entdeckt seine Ressourcen und hat so den Mut, Neues auszuprobieren und auch an seinen Schwächen zu arbeiten. Im Spiel, in der Musik, beim Malen oder Zeichnen hat das Kind die Möglichkeit, seine Gefühle und Konflikte auszu­drücken und zu verarbeiten. Das Ziel der Psychomotorik-Therapie ist, dass das Kind seine Wahrnehmungs-, Hand­lungs- und Kontaktfähigkeit seinen Möglichkeiten ent­sprechend erweitern kann. Mit seinen Schwierigkeiten soll es einen ange­mes­senen Umgang finden können.

-   Feinmotorik: Unter Feinmotorik verstehen wir die Fähigkeit zu kleinräumigen, gezielten und besonders abgestimmten Bewegungen für die uns Kopf, Gesicht, Mund und vor allem die Hände zur Verfügung stehen.

-   Grobmotorik: Treppensteigen, Klettern, Fahrradfahren sind Beispiele für gross­räumige Bewegungen. Für diese Fertigkeiten benötigen wir eine gut entwickelte Grobmotorik.

-   Grafomotorik: Schreibvorgang, Schreiben ist eine anspruchsvolle Tätigkeit; es braucht feinmotorische Fähigkeiten, Erkennen von Formen, Raumorientierung.

 

Rhythmik

In der Rhythmik werden Elemente von Musik und Bewegung miteinander ver­bun­den. Ryhthmik fördert die Persönlichkeitsentwicklung und die Kreativität, differen­ziert die Wahrnehmung, vertieft die Körpererfahrung und erweitert die Kommuni­kationsfähigkeit des Menschen. Dies geschieht über die Schulung der Sinnes­wahrnehmung, der motorischen und musikalischen Fertigkeiten, sowie über die Förderung der sozialen Fähigkeiten. Durch die aktive und gestaltende Aus­einan­dersetzung mit sich und der Umwelt, wird das Selbstvertrauen gestärkt. Die Freude an der Bewegung, der Musik, am Entdecken und an der Eigeninitiative wird geweckt, gefördert.

 

Begabtenförderung

Wird von der Erziehungsberatungsstelle bei einem Schüler, einer Schülerin eine intellektuell ausserordentliche Begabung festgestellt, kann das Kind einen Begabtenförderungskurs besuchen.

 

 

 

Wir arbeiten nach dem 4-Stufen-Modell, wobei je nach Auffälligkeit direkt auf einer Stufe eingestiegen wird:

 

Stufe 1 - Förderung in der Klasse: Die Klassenlehr­person erkennt Lern­schwierig­keiten, Lern­­­störun­gen oder Auffälligkeiten. Sie fängt die Lernschwierigkeiten des Schülers / der Schülerin mit individua­li­sie­ren­dem Unter­richt im Rahmen des Normal­programms auf. Die Basis­funk­tio­nen (ins­­be­sondere der lernauffälli­gen Kinder) wer­den gezielt ge­fördert. Diese För­de­rung beginnt bereits auf der Kindergartenstufe.

 

Stufe 2 – Mithilfe der Eltern: Die Lehrperson nimmt mit den Eltern Kontakt auf und bespricht deren Unterstützungsmöglichkeiten, mit dem Ziel, die vor­handenen Ressourcen der Kinder zu aktivieren und zu fördern.

 

Sufe 3 – Beizug von Lehrkräften für den Spezialunterricht: Für fach­spezi­fi­sche Beurteilungen und Beratungen werden Lehrpersonen für Spezial­unterricht bei­gezogen. Die Klassenlehrperson setzt zusammen mit der Lehr­person für Spezial­unterricht individuelle Ziele für eine Kurz­inter­vention mit dem Kind. Die Eltern werden über diese Massnahme und die gesetzten Ziele mündlich oder schriftlich informiert.

 

Stufe 4 – Anmeldung zur Abklärung durch die Erziehungs­beratungs­stelle oder den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst: Sollten trotz intensiven Be­mühungen auf den Stufen 1 bis 3 die Lernschwierigkeiten oder Verhaltens­auf­fällig­keiten des Kindes andauern, erfolgt mit vorgängiger Zustimmung der Eltern eine Anmeldung zur Abklärung und Beurteilung bei der Erziehungs­beratungsstelle Interlaken, allenfalls beim Kinder- und Jugend­psychiatri­schen Dienst. Der An­mel­dung sind Beobachtungen, bereits getroffene Mass­nahmen und gemachte Erfah­rungen während den vorangegangenen Stufen in Berichtsform beizulegen. Die Eltern geben für die Abklärung ihr Einverständnis auf dem Bericht der Schule.